Gottfried Keller: "Der
Landvogt von Greifensee", Novelle
Berufsmatura-Arbeit 2001 von Daniel Groff
gefunden auf
http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/103855.html
Dieser Essay besteht aus 2 wechselweise verlinkten
Teilen:
Inhalt (hier) und Kommentare.
Teil A: Inhalt
Kurzzusammenfassung
Der in die besten Jahre gekommene Salomon, Landvogt von Greifensee,
begegnet seiner ersten grossen Liebe Salome. Dabei erinnert er sich an
seine anderen vier Geliebten, die ihm während seines Lebens begegneten.
Von allen fünf Damen erhielt er eine Abfuhr, was ihn aber nicht daran
hinderte, jede in guter Erinnerung zu behalten. In Absprache mit seiner
Haushälterin Marianne werden sie alle auf sein Schloss eingeladen, jede
im Glauben, alleine den Landvogt zu treffen. Nach anfänglichen
Schwierigkeiten schmilzt ,,das feine spröde Eis über den Herzen" und es
wird ein gelungener Festtag. Salomon findet seinen inneren Frieden.
Salome, der Distelfink
Salome ist seine erste grosse Liebe und stammt aus gutem Hause. Sie
wird Mademoiselle genannt und ist nach französischem Vorbild erzogen.
Salomon hat eher den Draht zum Künstlerischen und nimmt nur seinen
Eltern zuliebe eine Stelle im Stadtgericht an. Die ungewisse Lage des
Jungen gibt unter den Müttern allerhand zu reden. Salome versteht
daraus soviel, dass eine Heirat mit Salomon niemals in Frage käme, da
die sichere Existenz nicht gewährleistet ist. Als sich die beiden nun
doch verlieben und heiraten wollen, stellt Salomon seine Geliebte auf
die Probe. Er schreibt ihr seine Bedenken, wie er, wie seine Vorfahren,
mit dem Ausgeben von nicht vorhandenem Geld keine Probleme hat. Ein
paar Tage nachdem sie den Brief erhalten hat, schreibt sie zurück, dass
die Ehe aus verschiedenen Gründen nicht zustande kommen könne. Wenige
Wochen später heiratet sie einen reichen, vernünftigen Mann, der ihr
die Zukunft sichert.
Figura Leu, der
Hanswurstel
Figura ist eine aufgestellte und witzige Person. Ihre Aufgabe ist es,
am Sonntag die Leute, die die Stadt verlassen wollen, in Klassen
aufzuteilen, bevor sie dem Oheim vorgeführt werden. Der Landolt hört
von ihr und will sie kennen lernen. Sie ist eine hübsche junge Dame,
mit goldblondem Kraushaar. Um der Schönen näher zu kommen, schliesst
sich Salomon ihrem Bruder Martin an. Die Beiden verstehen sich gut und
eine dicke Freundschaft entsteht. Sitte und Recht ist eines der
obersten Gebote der Gesellschaft. Salomon und Martin müssen nach einem
Verstoss beim alten Leu antraben, um eine Verwarnung zu erhalten.
Figura reagiert und zieht sich vorschriftswidrige Kleidung an, während
sie die drei Herren bedient. Der Tag entwickelt sich und es werden
unterhaltsame Stunden. Figura und Salomon werden Freunde, doch als sich
allmählich mehr entwickelt, stoppt sie das Geschehen. Sie hat am
Sterbebett ihrer Mutter versprochen, niemals zu heiraten. Eine
Erbkrankheit
mütterlicherseits werde sie heimkehren und ihren Geist entnehmen. Sie
erkrankt nicht, und der Salomon bleibt ihre nicht erfüllte Liebe.
Wendelgard, der
Kapitän
Salomon trifft auf einen übermütigen Kerl, dem verwitweten Kapitän
Gimmel. Als die Beiden sich duellieren, tritt die schöne Tochter in den
Raum, an der Salomon sofort Gefallen findet. Sie hat sich tief
verschuldet, was für Gesprächsstoff in der Gesellschaft sorgt. Der
Landvogt hilft, indem er ihr das Geld bei seiner Grossmutter besorgt,
anonym versteht sich. Er will sie heiraten. Dafür braucht Wendelgard
sieben Tage Bedenkfrist. Während diesen Tagen lernt sie Figura in den
Bädern von Baden kennen, wo ihr Vater auf die Suche ihres zukünftigen
Gatten geht. Figura merkt schnell, an was da ihr guter Freund Salomon
geraten ist und inszeniert ein Treffen. Martin Leu spielt einen
Wohlhabenden, worauf sich Wendelgard sofort gegen Salomon entscheidet.
Barbara, die
Grasmücke
Wenn das Wetter schön ist und die Luft milde, klingt in der entfernten
Nachbarschaft eine nette Stimme. Diese gehört Barbara. Sie erschafft
Bildnisse aus Wolle, Seide oder anderen natürlichen Stoffen. Nur
Gesichter und Hände werden gemalt. Bei einem Bild mit Pferden,
übersteigt dies ihre malerischen Fähigkeiten und ein Lehrer wird
benötigt. Der Landvogt gilt als erster Pferdezeichner Zürichs und nimmt
diesen Dienst gerne an. Schnell entsteht eine Vertrautheit zwischen den
beiden und es entwickelt sich eine Beziehung. Um in die künstlerischen
Werke von Salomon einmal einblicken zu können, wird die ganze Familie
ins Elternhaus geladen, um ein paar gemütliche Stunden zu verbringen.
Beim Anblick seiner werke fürchtet sich Barbara und ihr wird klar, was
für eine künstlerische Ader der junge Landvogt hat. Schon fast
hysterisch, trennt sie sich mit der Unterstützung ihrer Eltern von
Salomon. Unter diesen Umständen ist eine harmonische bürgerliche Ehe
nicht möglich.
Aglaja, die Amsel
Aglaja sieht er zum ersten mal vor einem Baum, auf dem allabendlich
eine Amsel ihre Gesänge zum besten gibt. Der Anblick dieser Dame
erinnert Salomon an die Agleypflanze, was er irrtümlicherweise mit dem
Namen Aglaja verwechselte. Auch diesmal kommen die Zwei sich immer
näher und führen eine dicke Freundschaft. Salomon offenbart ihr seine
Zuneigung, die er empfindet. Er ist sich sicher endlich die Richtige
gefunden zu haben. Sie treffen sich zu einem Spaziergang, beide haben
sich zurechtgemacht. Sie gesteht Salomon ihre selige Liebe zu einem
Geistlichen, der von der Familie nicht geduldet wird. Der Landolt kann
ihr nachempfinden und fädelt geschickt die Akzeptanz zu dieser Liebe
ein.